Biographie von Peter I. Tschaikowski
- 7. Mai 1840: Peter Iljitsch Tschaikowski wird als zweiter Sohn des Bergwerksinspektors Ilja Petrowitsch Tschaikowski und seiner Frau Alexandra Andrejewna (geb. Assier) in Wotkinsk (Ural) geboren.
- 1845: Erster Klavierunterricht bei Maria Markowna Palschikowa.
- 1848: Die Familie siedelt nach Moskau über, wo der Vater sich vergeblich Hoffnung auf eine Stelle macht. Da in Moskau die Cholera ausgebrochen ist, flüchtet die Familie eiligst nach St. Petersburg. Dort besucht Peter die elegante Schmeling-Schule, wo man ihn neckt und ihm übermäßig viel zu arbeiten gibt. Die schulische Überforderung und seine sowieso außerordentliche Empfindsamkeit führen schließlich zu Depressionen. Trost findet er beim Klavierspiel.
- 1849: Erneut zieht die Familie Tschaikowski um, diesmal nach Alapajewsk an der sibirischen Grenze, wo der Vater eine neue akzeptable Stellung als Bergwerksverwalter findet.
- September 1850: Im Alter von 10 Jahren wird Peter nach Petersburg auf die sehr angesehene, von Prinz Peter Oldenburg gegründete Rechtsschule geschickt. Dort besucht er zunächst einen zweijährigen Vorbereitungskurs. Die Trennung von seiner Familie, insbesondere der Abschied von seiner Mutter, hinterlassen bei dem Jungen traumatische Eindrücke.
- 1852: Tschaikowski beginnt seine ordentlichen Studien an der Rechtsschule in Petersburg. Dort ist er auf Grund seines »guten Herzens« und »weichen Gemüts« der ausgesprochene Liebling sowohl seiner Lehrer als auch seiner Klassenkameraden.
- 25. Juni 1854: Seine geliebte Mutter verstirbt an Cholera.
- 1859: Tschaikowski verlässt die Petersburger Rechtsschule mit einem mittelmäßigen Abschlussexamen: Seine Leistungen genügen für den dreizehnten Platz in seiner Klasse. Gleich darauf tritt er als Verwaltungssekretär ins Justizministerium ein.
- 1861: Nach einer Europareise in Begleitung eines väterlichen Freundes nimmt Tschaikowski Harmonielehreunterricht bei Nikolaj Zaremba. Als dieser 1862 Lehrer am (von dem berühmten Klaviervirtuosen und Komponist Anton G. Rubinstein neu gegründeten) Konservatorium in Peterburg wird, wechselt Tschaikowski mit diesem dort hin.
- 1863: Tschaikowski nimmt nun auch bei Anton Rubinstein selbst Kompositionsunterricht. Rubinstein bewegt seinen Schüler dazu, sich ausschließlich mit Musikstudien zu beschäftigen: Tschaikowski arbeitet hauptberuflich noch am Ministerium. Seine juristischen Interessen sind nicht sehr ausgeprägt. Folglich entwickelt sich seine Arbeit für ihn zunehmend zu einer Belastung. Da er gerade zu dieser Zeit auch noch bei einer Beförderung im Ministerium übergangen wird, fällt es ihm nicht allzu schwer dem Rat Rubinsteins zu folgen und den zwar sicheren, aber lästigen Posten aufzugeben und sich ausschließlich seinen Studien am Konservatorium zu widmen. Die nun zwangsläufig auftretenden Geldsorgen zwingen Tschaikowski, schlecht bezahlte Privatstunden zu erteilen.
- 1865: Tschaikowski beendet seine Studien am Konservatorium mit einem Abschlussdiplom. Danach siedelt er 1866 nach Moskau über, um dort am gerade erst gegründeten Konservatorium des Nikolaj G. Rubinstein – Bruder von Anton Rubinstein – eine Stelle als Professor für Harmonielehre anzutreten.
- März 1873: Tschaikowski komponiert die Musik zu Ostrowskys Märchenspiel »Die Schneekönigin«.
- 1875: Tschaikowski schreibt das Ballett »Schwanensee« als Auftragskomposition für die Moskauer Oper. Dort wird es am 4. März 1877 uraufgeführt.
- Dezember 1876: Beginn des Briefwechsels mit Nadeshda von Meck, die Tschaikowski Musik bewundert. Es beginnt eine vierzehn Jahre andauernde tiefe Brieffreundschaft, während dieser 1204 Briefe gewechselt werden. Als Frau von Meck von Tschaikowski Geldnöten hört, bestellt sie bei ihm eine Komposition für Geige und Klavier gegen ungewöhnlich hohes Honorar.
- 18. Juli 1877: Hochzeit mit Antonina Iwanowna Miljukowa: Viel zu spät merkt Tschaikowski, dass er seine Frau gar nicht liebt, sogar Widerwillen gegen sie empfindet. Das Eheleben bedrängt ihn schon in den ersten Tagen so sehr, dass er bereits am 7. August vor seiner Frau nach Kamenka flieht. Dort beginnt er seine Arbeiten an Puschkins »Eugen Onegin«. Am 6. Oktober erleidet er schließlich in Peterburg einen Nervenzusammenbruch. Seine Ehefrau übrigens hat er nicht mehr wiedergesehen.
- September 1878: Tschaikowski kehrt nach Moskau zurück und gibt seine Stellung am Konservatorium auf.
- 1881: Das Moskauer Konservatorium bietet Tschaikowski an Nachfolger von Nikolaj Rubinstein zu werden. Er lehnt jedoch ab.
- 1888: Erste Auslands-Tournee als Dirigent: Leipzig, Hamburg, Berlin dann Prag, London.
- 1890: Frau von Meck setzt der Beziehung zu Tschaikowski ein Ende. Auch stellt sie ihre monatlichen Zahlungen an ihn ein. Tschaikowski ist tief bestürzt. Die Gründe für diesen seltsamen Bruch lassen sich heute nicht mehr rekonstruieren. Im selben Jahr werden das Ballett »Dornröschen« und die Oper »Pique-Dame« uraufgeführt.
- 1891: Die Petersburger Oper bestellt das Ballett »Der Nussknacker«, das am 18. Dezember 1892 seine Premiere feiert.
- 13. Juni 1893: Die Universität Cambridge verleiht Tschaikowski die Ehrendoktorwürde. Tschaikowski vollendet die Sechste Symphonie (Pathétique), die als musikalische Selbstbiografie gedeutet wird.
- 6. November 1893: Peter Tschaikowski stirbt am 6. November 1893. Die Ursache seines Todes kann bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Es werden dazu zwei Meinungen vertreten: Die erste Meinung ist der Auffassung, dass Tschaikowski aus Zerstreutheit während einer Cholera-Epidemie ungekochtes Wasser trinkt und infolge der Cholera dann verstirbt, während eine zweite Meinung davon ausgeht, Tschaikowski habe sich vergiftet als der Zar von seiner Homosexualität informiert zu werden droht. Um einen Skandal für seine Rechtsschule in Petersburg zu vermeiden wird ein »Ehrengericht« unter Anwesenheit aller Juristen die seine Kameraden gewesen waren einberufen. Diese fordern, dass Tschaikowski »sich selbst umbringe«.
- 10. November 1893: Tschaikowski wird unter großer Beteiligung der Bevölkerung auf dem Friedhof des Alexander-Newski-Klosters begraben.